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Kurt Dittmann
Generalversammlung
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Reise ins Bad Es war zwar kein Kurorchester, wohl aber Walter Josten aus Gehrde mit seiner Drehorgel, der auf musikalische Weise zu einer „Reise ins Bad“, der neuen Ausstellung im Quakenbrücker Stadtmuseum, einlud. Bis zum 27. September kann in den frisch renovierten Räumen am Marktplatz ein historischer Streifzug durch die Geschichte der Bäderreise von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert unternommen werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch bei den Erlebnissen von Kurreisenden aus dem Artland.
„Bäder
waren immer etwas Besonderes und übten stets eine gewisse Faszination aus“,
so Bürgermeister Wolfgang Becker in seiner Begrüßung. So dürfe man stolz
darauf sein, diese vom Bädermuseum Bad Salzuflen konzipierte Wanderausstellung
auch in Quakenbrück präsentieren zu können. Zugleich würdigte er das
ehrenamtlich tätige Team des Stadtmuseums, das weit über die Region hinaus große
Wertschätzung erfahre.
Mit
der „Reise ins Bad“ habe man, so Museumsleiter Heinrich Böning, erstmals
eine „fertige“ Ausstellung übernommen und diese mit Exponaten aus eigenen
Beständen erweitert. Sei die Ausstellung bisher nur an den Zielorten, also den
Kurbädern, zu sehen gewesen, so präsentiere man sie hier an einem
Ausgangspunkt. Gleichzeitig seien 23 Werke des Quakenbrücker Kunstmalers Kurt
Dittmann (1906-1975) ausgestellt, die seitens der StadtStiftung anlässlich
ihres zehnjährigen Bestehens dem Museum überlassen wurden. Darauf kommen wir
noch gesondert zurück. Auf
die „Spuren von Reisenden in die Bäder“ begab sich anschließend Arnold
Beuke vom Bädermuseum Bad Salzuflen. „Reisen heißt, mobil zu sein“, und
das schon seit dem Mittelalter, als sich in Mitteleuropa sogenannte „Wildbäder“
etablierten, die wegen der Heilwirkung von vielen Kranken aufgesucht wurden. Im
16. Jahrhundert war es dann die Trinkkur, die sich gegenüber dem Baden
durchsetzte, und seit der Zeit der Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts
fand sich zunehmend auch das Bürgertum in den Kurorten ein, nachdem eine
Badereise bis dahin vorwiegend dem Adel vorbehalten war.
Ein
beliebter Kurort war und ist Bad Pyrmont, wo sich Gelehrte wie Klopstock,
Lessing und Herder trafen. Der Osnabrücker Staatsmann und Schriftsteller Justus
Möser reiste zwischen 1746 und 1793 regelmäßig mit der Postkutsche zu
Kuraufenthalten ins Weserbergland, wo allmählich „die Absonderung des Adels
von allen Nichtadeligen nach und nach merklich gemildert wurde“. So kam nicht
nur der Vehser Hofbesitzer Elting, sondern ab 1919 auch die aus „besser
gestellter Familie“ stammende Badbergerin Marie Sandmann zur Kur nach Bad
Salzuflen, dem sie über 60 Jahre die Kurgast-Treue hielt. Nach Jahren des
Umbruchs ermöglichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das staatliche
Gesundheitswesen die Kur für Jedermann und die Zahl der Badereisenden erreichte
ungeahnte Rekorde. Die Öffnungszeiten des Stadtmuseums und der Ausstellung „Die Reise ins Bad“ sind Donnerstags und Samstag von 15 bis 18 Uhr sowie Sonntags von 10.30 Uhr bis 17 Uhr.
Foto:
Erläuterungen zur Sonderausstellung „Die Reise ins Bad“ gab Arnold Beuke,
der stellvertretende Leiter des Bädermuseums Bad Salzuflen, das die Ausstellung
im Quakenbrücker Stadtmuseum konzipiert hatte. Fotos:
Heiko Bockstiegel |
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