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Kurt Dittmann
Generalversammlung
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Übergabe der restaurierten Marienskulptur durch den Rotary – Club Quakenbrück-Cloppenburg an das Stadtmuseum am 13.1.2004
Zur Geschichte der Skulptur Zur Einführung der Maiandacht in der katholischen Kirche sollte eine Marienstatue beschafft werden. Dechant Lackmann von der Marienkirche in Quakenbrück ließ vom Hausboden eine Muttergottesstatue herunterholen. Als 1863 Dombaumeister Hensen nach Quakenbrück kam, um mit Lackmann die Verschönerung der Kirchenfront am Markt zu besprechen, empfahl ihm dieser die Neuanschaffung einer Statue von dem Osnabrücker Bildhauer Ludwig Bergmann. Die Figur sollte zunächst in Lindenholz gearbeitet werden, sie entstand aber dann in Eiche. Lackmann beschreibt sie in der Gemeindechronik als „gut gebeizt, hübsch polychromiert: Maria mit dem Christuskinde, welches seine Hand segnend über die beigefügte Erdkugel ausstreckt. Preis 50 Taler.“ Auch die Finanzierung wird dort angesprochen. Mittels Subscription erhielt er 26 Taler, der Rest wurde nachkollektiert. Die Zerstörung Bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg (1945) stand die Skulptur, die später durch eine Josefsfigur ergänzt wurde, an verschiedenen Stellen der Marienkirche. Aus den Trümmern wurden noch etliche Kunstwerke geborgen, darunter auch diese Figur. Während die älteren Objekte nach und nach restauriert wurden und in der 1950 wieder errichteten Marienkirche ihren Standort fanden, fristeten zunächst Maria und Josef in der Garage des Pfarrhauses ihr trauriges Dasein.
Die Rettung Um diese Episode zu begründen, muss zunächst einiges zum Stilistischen der Skulptur gesagt werden. Sie ist in der Zeit des Historismus entstanden und kann in die Neugotik eingeordnet werden. Um die Mitte des 19. Jahrhundert kam es zu einer Mittelalter-Euphorie. In Deutschland entstand eine neue Liebe zur Gotik. Man baute, malte und schnitzte in gotischer Manier. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg sah man in dieser Kunstrichtung ein reines Kopieren des Mittelalters. Man mochte den Historismus nicht und versuchte sogar, ihn, wo es ging – so etwa bei der Ausstattung der Kirchen, zu beseitigen. Als in Quakenbrück ein neuer Kindergarten im Park des Pfarrhauses entstehen sollte, musste zunächst ein dort befindlicher Teich zugeschüttet werden. Als Füllmaterial dienten auch diese beiden Figuren. Ich konnte das als damals noch Jugendlicher nicht mit ansehen und habe mit einigen Freunden die beiden Figuren aus dem Wasser gefischt und sie bei mir zu Hause gelagert. Zweimal bin ich mit ihnen umgezogen, bis sie nach Gründung des Stadtmuseums ihren Platz in dieser Einrichtung fanden.
Die Restaurierung Natürlich war es eine große Freude, als Herr Poerschke eine Restaurierung durch den Rotary - Club in Aussicht stellte. Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt: Bildhauerische Ergänzung der verlorenen Schnitzdetails wie Krone, Zepter, Hand und Ergänzung der zahlreichen Ausbrüche in Eichenholz. Die Leimfugen und Risse sind mit Eichenholz ausgespänt worden. Die Oberfläche wurde komplett gereinigt, die Inkarnate wurden durch Abnahme zwischenzeitlich aufgebrachter Lacke und Firnesse aufgehellt. Es folgte die farbliche Anpassung fehlender Bereiche exakt an die verbliebenen Fassungsreste durch Aufbringen eines Grundtons, z.B. Blau für das Obergewand. Mehrmalige Lasuren waren nötig, um die Tiefenwirkung eines textilen Stoffes zu erreichen. Die fehlenden Vergoldungen wurden mit Blattgold erstellt. Kleine Fehlstellen innerhalb der originalen Vergoldung sind mit Pudergold geschlossen worden. Abschließend erhielt die Skulptur einen Schutzüberzug, der auch die Farben nochmals tiefer und kräftiger erscheinen lässt. Der Josef stellt sich neben der so herausgeputzten Maria in seinem zerstörten Äußeren noch recht bescheiden dar. Er soll in diesem Zustand an die schlimmen Ereignisse erinnern, die jeder Krieg mit sich bringt. Ob auch er einmal wieder in alter Pracht erstrahlen soll, das muss die Zukunft entscheiden. Text: Heinrich Böning Foto: Heiko Bockstiegel |
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