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Küche der Ackerbürger

Zwei Küchen liegen im Museum nebeneinander. Die ältere ist mit einer offenen Feuerstelle versehen, so muss man sie sich im 18./19. Jahrhundert in einem Quakenbrücker Ackerbürgerhaus vorstellen. Im Nachbarraum wird eine Küche mit der Ausstattung zwischen 1890 und 1930 dargestellt.

Mittelpunkt der alten Küche ist die Feuerstelle, ausgestattet mit historischem Zubehör. Die Ackerbürger waren kleine Landwirte, die ihr Anwesen in der Stadt hatten. Die Häuser, unmittelbar an der Straße gelegen, sind teilweise noch heute an ihren großen Einfahrten zu erkennen. Die Tore sind aber im Laufe des 20. Jahrhunderts mit neuen Haustüren versehen worden, und die Ställe, die zur Straße hin lagen, dienen schon lange als Wohn- oder Geschäftsräume. 

Der Ackerbürger schickte morgens seine Kühe zum Weiden in die Quakenbrücker Mersch; abends kamen sie selbständig in ihren Stall zurück, meist nicht ohne einen Schluck Wasser aus der Viehtränke am Markt. Die Ackerbürger betrieben oft noch ein Handwerk, oder sie hatten einen Kleinhandel, um die Landwirtschaft, die sie oft nur für den eigenen Bedarf betrieben, finanziell zu ergänzen.

 

Über dem offenen Feuer in der Küche des Ackerbürgers ist der eiserne Wendebaum angebracht, an dem der Kesselhaken (Hal) hängt. Dieser wird in drei Varianten gezeigt: zunächst die einfache Kette mit einem doppelten Haken. Der obere kann, um die Höhe über dem Feuer einzustellen, in ein Kettenglied eingehängt werden, an dem unteren hängt der Topf.

Der „Sägehal“ ist mit Zacken versehen, ähnlich wie ein großes Sägeblatt, das mit einem besonderen Hebegriff das Höher- oder Tieferstellen ermöglicht; man konnte „einen Zacken zulegen“. Schließlich gibt es den „Drehhal“, dessen Führung eine Zahnstange aufnimmt, die mit einer Kurbel in die richtige Höhe gedreht werden kann. Bei kleinen Töpfen konnte dann noch durch einen „Länghal“ der Abstand zum Feuer verringert werden. Schließlich ermöglichte der „Pfannenknecht“, auch eine Bratpfanne über dem offenen Feuer zu bedienen. Damit die Tiere nicht mit dem Feuer in Berührung kamen, gibt es eine Feuerstülpe, aus gebogenen Blechstreifen zusammengenietet.

 

Die neue Küche mit der Errungenschaft „Kochmaschine“ (Küchenherd) folgte nach 1890. Eine Anzahl veränderter Geräte ist zu sehen. Während bisher der Kaffeeröster mit einer langen Stange versehen war und über dem Feuer bewegt wurde, steht er nun auf der Herdplatte und kann mit einer Kurbel bedient werden. Ein besonders „fortschrittliches“ Stück ist der Eisschrank, den sich um 1900 ein Quakenbrücker Fabrikant leisten konnte. Das hölzerne Objekt erinnert tatsächlich an einen Schrank, die beiden Türen der Vorderseite sind innen allerdings mit Zinkblech beschlagen. Darunter befindet sich eine Isoliermasse. In der Deckplatte findet man eine Öffnung, die zwischen den beiden Schrankteilen liegt und von einem isolierten Deckel verschlossen wird. Dieser bis zum Boden reichende Raum konnte mit einer Eisplatte gefüllt werden, die man senkrecht hineinstellte. Der Hahn im unteren Teil dient dem Ablassen des Schmelzwassers. Das Eis schlug bzw. sägte man im Winter auf der Hase, für die Feinarbeit gab es besondere Eissägen. In tiefen Eiskellern mit mächtigen, torfgefüllten Türen hielt sich das Eis bis zum Sommer.

 

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