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Kapellenraum

 

Die katholische Gemeinde und ihre Geschichte werden in einem als Kapelle eingerichteten Raum dargestellt. Im Mittelpunkt steht ein neuromanischer Schnitzaltar aus der Kapelle des abgebrochenen katholischen Krankenhauses. 

 

Zwei Skulpturen der Marienkirche entstammen der Barockzeit, sie sind Werke der in Quakenbrück  beheimateten Bildschnitzerwerkstatt Jöllemann. Thomas Jöllemann wanderte 1656 aus Österreich nach Quakenbrück ein und begründete hier eine Werkstatt, die sich nach Holte, Berge und Aschendorf verzweigte und die noch heute in vielen Kirchen des Osnabrücker Landes und des Emslandes präsent ist.  Die Skulptur des „Auferstandenen Christus“ stammt von dem Sohn des Werkstattgründers, Johann Heinrich Jöllemann (1659-1710), der eine Werkstatt in Berge aufbaute. Der Osnabrücker Restaurator Wilh. L. Wiegard erwarb die 116 cm große Lindenholz-Statue um 1930 von der Gemeinde St. Marien in Quakenbrück, sie wurde mehrfach weiter veräußert und konnte mit Hilfe der Osnabrücker Landschaft 1991 für das Stadtmuseum erworben werden.

 

Seit 2000 besitzt das Museum einen Christus-Torso, der von einem Wegkapellen-Kreuz im Kreis Vechta stammt. Gesichtsausdruck, Haar und Lendentuch weisen ihn ebenfalls in die Werkstatt Jöllemann.

 

Ein weiteres Exponat aus der Barockzeit hängt an der Decke des Kapellenraumes, es wurde im letzten Augenblick vor der Vernichtung gerettet. Der Fachwerkbau der ehemaligen Franziskanerresidenz hinter der Marienkirche sollte 1992 zu Seniorenwohnungen umgebaut werden. Eine verbretterte, gekalkte Decke war in Einzelstücken entfernt worden, diese lagen auf einem Haufen, der mit dem Schutt entsorgt werden sollte. Zufällig entdeckte man Farbspuren auf der Rückseite einiger Hölzer. Eine größere Zahl von Holzteilen wurde herausgesucht und wie ein Puzzle zusammengesetzt. Es ergab sich ein Rankenornament aus Akanthusblättern, leicht und dynamisch im Malduktus, grazil und präzise in der Formensprache. Die Ranken entspringen einem  Fabelwesen, einem Faun. Wahrscheinlich haben die Franziskaner, die bis 1845 dort residierten, die Bretter umgedreht, weil ihnen das Ornament zu weltlich erschien. Restauratoren haben das Deckenelement aus der Zeit um 1700 in einen ausstellungswürdigen Zustand versetzt.

 

 

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