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Haus Markt 7

 

Wichtigstes Museumsstück ist das Haus Markt 7 selbst, in dem die Sammlung seit 1983 präsentiert wird.

Es besticht durch die strenge Symmetrie des kleinteiligen Fachwerks, ein typisches Haus der klassizistischen Epoche um 1800. Inschriften sind nicht vorhanden, eine genaue Altersbestimmung konnte bisher noch nicht vorgenommen werden.

Die großen Fenster des Giebels wurden in ihrer ursprünglichen Kleinteiligkeit erneuert, sie enthalten insgesamt 248 Scheiben. Die zwei Vollgeschosse und die Giebelgeschosse werden durch Gesimsbretter voneinander getrennt. Darunter verbergen sich aufgerähmte Dachbalken, die bei den älteren Häusern aus dem 18. Jahrhundert noch eingehälst sind.

Das Haus wird giebelseitig erschlossen durch einen Mittellängsflur, von dem aus zunächst rechts und links kleinere Räume betreten werden. Das Treppenhaus im hinteren Teil ist in seiner ursprünglichen Form erhalten. Von hier aus wird auch der quer zum rückwärtigen Giebel liegende größere Raum zur Stadtgeschichte erreicht, die Eingangstür dazu stammt aus der Scherwand eines Artländer Bauernhauses.

Die Luken der beiden Stapeletagen im Giebel erinnern daran, dass hier ursprünglich ein Kaufmann sein Anwesen hatte. 

Sie wurden mit einem Aufzug bedient, dessen Balken mit Holzrad aus dem rautierten Giebeldreieck hervorragt. Mit seinem großen Schwungrad im Innern ist dieser voll funktionsfähig. Seit 1983 wird der Giebel von einer für Quakenbrück typischen Wetterfahne bekrönt, die wie das Aushängeschild am Eingang von dem Quakenbrücker Schlossermeister Wolfgang Kämper stammt.

Seit 1841 war in dem Haus „Spohrs Hotel“ untergebracht. Besonders der „schön decorirte Saal“ (laut Zeitungsanzeige) im Obergeschoß spielte im Kulturleben der Stadt im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. 

Seit 1878 firmierte das Haus, jetzt im Besitz der Familie Lohmeyer, unter „Artlandscher Hof“, und 1893, nachdem der „Artländer Hof“ am Schiphorst „Hotel zur Post“ wurde, als „Artländer Hof“, der gleichzeitig einen Bierverlag betrieb. 

Nach der Geschäftsaufgabe kaufte die Stadt 1921 das Haus und richtete sechs Kleinwohnungen ein; auch der Saal im Obergeschoss musste zwei Wohnungen weichen. Bis auf diesen Bereich wurde vor Übernahme durch das Museum die alte Raumfolge wieder hergestellt. Beim Ausbau des Dachbodens blieb die Dachkonstruktion mit den Zimmermannszeichen weitgehend erhalten.

Fotos: Heiko Bockstiegel

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