Öffnungszeiten und Kontakte

Ausstellungen und  Termine

aktuelle Ausstellung

Bericht zur Eröffnung

Museumszertifizierung

Aktionen und Aktivitäten

Drachenspuren und Froschfüße

Weihnachtsmarkt 2010

Ostermarkt 2010

Quakenbrück und das Museum

Museumsgebäude

Sammlungen

Ausgewählte Objekte

Vergangene Ausstellungen

Siegfried  Kornacki

 

Kurt Dittmann

 

Das museale Quartett

 

Geschichte des Museums

Ausstellungen seit 1978

Bibliothek und Archiv

 

Förderverein

 

 

 

Presseberichte

 

Generalversammlung

 

 2010

Veröffentlichungen

Startseite

Impressum

„Große Welt im Kleinformat -

 Zinnfiguren zeigen Kultur und Geschichte“

titelt eine Ausstellung im Stadtmuseum, die bis zum 30. März zu sehen ist. Die Schau  der 3500 Miniaturen wurde von dem Präsidenten der „Friedensreiter“ – Gesellschaft der Freunde kulturhistorischer Zinnfiguren e.v. Westfalen-Münster-Osnabrück Günther Dunze vor großem Publikum eröffnet. 

„Zinnfiguren bilden heute eine fast unüberschaubare Palette von Miniaturen in den unterschiedlichsten Formen, Größen und Bemalungen“, führte Dunze in das breite Spektrum der Zinnfigurenwelt ein. Mit den malerischen Figürchen ließen sich Szenen von den Zeiten der Dinosaurier bis in die Moderne nachstellen. Um die Jugend wieder für die Zinnfigur zu begeistern, gebe es inzwischen auch eine „Star War Serie“, Kampfzwerge, auferstandene Mumien und Dunkelelfen, die an die Stelle kämpfender Ägypter, Griechen, Römer und Germanen getreten seien. Entgegen der ländläufigen Meinung, dass sich die Sammler überwiegend für Zinnsoldaten interessierten, entsprächen über zwei Drittel aller Figuren zivilen Motiven. Während in der Blütezeit – in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – das Zinnfigurensammeln eine Domäne der Männer gewesen sei, gebe es heute auch aktive Sammlerinnen wie Gisela Fichtner und Doris Göller, die mit feinbemalten Allegorien, Blumenkindern und Tierfiguren in der Quakenbrücker Ausstellung vertreten sind. Die wunderschönen Märchenfiguren stammten aus der Sammlung von Ursula Rabe. Zu den Glanzstücken der Ausstellung zählten jedoch die beleuchteten Dioramen, die von Ingrid Nuyken gefertigt worden seien. „Wir haben uns entschlossen, hier nicht nur Zinnfiguren in „extrafeiner Sammlerbemalung bzw. Künstlerbemalung“ zu zeigen. Neben Figuren in schlichter Bemalung stehen Vertreter der Massenware aus der Fertigung vor 100 Jahren“, verwies Dunze auf die plakativ gestalteten Figuren, die im harten Spielbetrieb schon Einiges an Farbe eingebüßt hätten. 

Die Präsentation im Stadtmuseum ist jeweils Donnerstag und Samstag von 15 bis 18 Uhr sowie Sonntag 10,30 bis 17 Uhr zu sehen. Auch am zweiten Weihnachtstag ist das Museum von 10,30 bis 17 Uhr geöffnet.

 

Heiß her ging es im Stadtmuseum, als Heinrich Jeismann aus Unna-Hemmerde im Rahmen der Zinnfiguren-Sonderausstellung mit seinem Schaugießen viele Besucher zum Betrachten und Kaufen anlockte.

 

„Ich war zehn Jahre alt, als mein Onkel (Porzellanmaler) mir aus Nürnberg die erste Zinnfigur mitgebracht hat“, erinnert sich der 78-jährige Heinrich Jeismann. Vierzig Jahre später schenkte ihm sein Sohn ein Stück Schiefer. Da dachte er: „Ich probier’s mal“. So begann der technische Zeichner, Schablonen in Stein zu gravieren und in Zinn zu gießen. „Ich hab’s einfach versucht und es ist sofort gut geworden“, freute der Frührentner sich über sein Erstlingswerk, das die Bremer Stadtmusikanten darstellte. Inzwischen beherbergt seine Werkstatt rund 80 Formen. 20 hat er im Kundenauftrag graviert. Darunter befinden sich außer Weihnachts- und Schneemänner auch Reiter, Schäfer- und Märchenfiguren in der schönsten Ausprägung. Besonders gut sind ihm jedoch die Fachwerkhäuser, Kirchen und Krippendarstellungen gelungen. An einer alten japanischen Burg hat er 100 Stunden gearbeitet. Tage und Wochen ritzt er mit einem stahlgehärteten Stichel, einem Messer und einer Lupe feinste Linien in den Speckschiefer. „Man muss immer in Laufrichtung arbeiten und Luftkanäle lassen“, erklärte Jeismann seinen Zuschauern. Für das Abgießen gebrauchte er zwei Steine, in die das flüssige Zinn durch seitliche Öffnungen hineingegossen wurde. Vor dem Gießen bestäubte er die Formen mit Talkum oder Lycopodium. In einer Stunde kann er 20 bis 30 Stück gießen, die er auch anschließend selbst bemalt. „Ich habe an zehn Orten ein Schaugießen veranstaltet, aber in Quakenbrück ist es bisher am Besten angenommen worden“, verwies Jeismann auf die gute Resonanz im Stadtmuseum. Besonders gefragt waren seine Christbaumanhänger für das bevorstehende Weihnachtsfest bei Alt und Jung. Viele Eltern erstanden auch einige Rohlinge, die ihre Kinder selbst anmalen können. In der Ausstellung des Stadtmuseums sind auch historische Werkzeuge des Zinnfigurengießers zu sehen. Wie Jeismann informierte, gibt es heute deutschlandweit rund 60 Graveure und hervorragende MalerInnen. „Wenn man uniformierte Soldaten darstellen möchte, muss die Historie stimmen. Die Exponate gehen durch die Expertenkontrolle, denn jedes Regiment hatte eine andere Farbe und andere Abzeichen“, erklärte Jeismann, warum er die Finger davon lässt. Seine einzigen „Militaristen“ sind der Zinssoldat und Münchhausen. 

Fotos und Texte: Alexandra Lüders

 

Dauerausstellungen

Apotheke Kapelle Küche der Ackerbürger  Quakenbrücker Zinn Schule Uhrwerke Waage und Gewicht Marienstatue Bildergalerie Kurt Dittmann