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In Quakenbrück gibt es 24 Straßen, die nach einheimischen Persönlichkeiten benannt sind. „Was ist eine Persönlichkeit? Was muss jemand hinter sich gebracht haben, um als solche bezeichnet zu werden?“ Diese Fragen von Museumsleiter Heinrich Böning werden ausführlich in der neuen Ausstellung des Stadtmuseums mit dem schlichten Titel „Quakenbrücker Persönlichkeiten“ beantwortet, die bis zum 16. Januar zu sehen ist und zu einer faszinierenden Zeitreise einlädt.

Die große Anzahl Interessierter, die sich zur Ausstellungseröffnung einfanden, zeigte wohl am besten, wie sehr diese Thematik beschäftigt. Präsentiert werden eine Fülle von Fotos und Dokumenten, während die aus Quakenbrück stammende Künstlerin Sirma Kekeç mit ihren Druckgrafiken den künstlerischen Teil der Ausstellung gestaltet. „Es ist großartig, was das Museumsteam hier immer wieder auf die Beine stellt“, dieses Lob des stellvertretenden Bürgermeisters Matthias Brüggemann tat sicherlich gut.

„Wo komme ich her, wo bin ich?“, diese Frage war auch für Sirma Kekeç relevant. Sie ist in Quakenbrück geboren und in Menslage-Andorf aufgewachsen. Obwohl sie schon viele Jahre in Bremen lebt, hat sie ihre enge Beziehung zur Burgmannstadt bewahrt. Das kommt in den 17 Porträts von Persönlichkeiten nachhaltig zum Ausdruck, die die Künstlerin aus Vergangenheit und Gegenwart ausgewählt hat. „Druckgrafik ist das Herzblut von mir“, so Sirma Kekeç über ein aufwändiges Verfahren, Werke zu schaffen, die, inspiriert von Andy Warhol, zum Experiment mit der Farbe und verschiedenen Techniken verlocken.

Bereits bei der Ausstellung im Quakenbrücker Kunstjahr „Rund ums Finanzamt“ faszinierten ihre Bilder. „Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Sirma Kekeç, „denn für die Stadt Quakenbrück habe ich das, gerade zum 775-jährigen Jubiläum, gerne gemacht.“ Die Druckgrafiken haben Unikatcharakter und sind als Nachdrucke in einer Auflage von fünf Exemplaren im Museum auch käuflich zu erwerben.

Die Kombination aus Kunst und Dokumentation der neuen Ausstellung kam bereits am Eröffnungstag gut an. Die anfangs gestellte Frage, was eine Persönlichkeit auszeichne, liege, so Heinrich Böning, „irgendwo zwischen den Extremen der Originale Kessen Ülk und Minchen und der weltumspannenden Kaufmannsfamilie Schröder.“ Und das sei auch das Anliegen der Ausstellung: „Das Persönliche, das sie heute noch ausstrahlen, ist so individuell, dass man es gar nicht irgendwo einordnen kann, da muss sich jeder seine Gedanken machen.“

 

Heiko Bockstiegel

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