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 „Jung und frisch am Nierentisch“

Schon der Opel Rekord von Peter Puzio vermittelte einen Hauch vom „Wirtschaftswunder“ und einen Vorgeschmack auf die neue Ausstellung „Jung und frisch am Nierentisch“, mit der das Stadtmuseum das Quakenbrücker Leben in den 1950-er Jahren wieder aufleben lässt. Bis zum 3. Oktober kann man sich über drei Etagen auf dieses Zeitalter eines neuen Lebensgefühls informieren, das auch in der Burgmannstadt bis heute viele Spuren hinterlassen hat.

„Besonders unsere Museumsdamen haben sich intensiv mit der Ausstellungsvorbereitung und –gestaltung befasst, vor allem Helga Knust, die viele Ideen einbrachte und tagelang unermüdlich im Einsatz war“, mit diesem dicken Lob eröffnete Museumsleiter Heinrich Böning die neue Ausstellung. Als auch für Quakenbrück die 1950-er Jahre begannen, sei der Schock des Zweiten Weltkrieges langsam vorbei gewesen und man blickte wieder nach vorne. Das äußerte sich speziell im neuen Wohnstil, wobei der heute eher verpönte Nierentisch sich als ein Kennzeichen der „neuen Zeit“ etablierte.

So konnte im Museum ein typisches Wohnzimmer von damals komplett eingerichtet werden, bestückt aus dem Nachlass der Quakenbrücker Familie Stockmann und Leihgaben des Auktionshauses Dr. Lorenz und Meyer in Cloppenburg. Mode, Spielzeug, Reiseandenken, Radio und Plattenspieler, Ansichtskarten, Stadtpläne, Rechnungen von nahezu 100 Quakenbrücker Firmen, Zeitungen und Haushaltsgegenstände bereichern die Ausstellung. Vor allem eine Fülle von großformatigen Farbfotos, 1960 von der Nike angefertigt, lassen viel Fortschritt und Frische in der Bau- und Straßengestaltung erkennen, führen jedoch auch den Verlust so manch historischen Hauses vor Augen.

Einen Schwerpunkt bilde, so der Museumsleiter, zudem die Übersicht Quakenbrücker Ereignisse von 1950 bis zur 725-Jahrfeier 1960, mit der ein illustres Jahrzehnt endete. Firmen-Neuansiedlungen und Wohnungsbau auf der Neustadt, Weihe der St.-Marienkirche, Ansiedlung des Mutterhauses Bethanien-Lötzen und Erweiterungsbau des Krankenhauses Bethanien, Ölbohrungen im Wohld, Errichtung des neuen Gaswerkes, Erweiterung des Ehrenhains, Neubau der Realschule und des Sportplatzes am Deich ragten heraus. Es war aber auch ein Jahrzehnt der Spätheimkehrer und der Wohnungsnot, doch wurde das Gerichtsgefängnis „wegen Unterbelegung“ geschlossen. „Im Jubiläumsjahr 1960 sah es mit der Finanzlage dann schon wieder besser aus“, so das Resümee Heinrich Bönings.

Die Ausstellung „Jung und frisch am Nierentisch“ ist Donnerstags und Samstags von 15 bis 18 Uhr sowie Sonntags von 10.30 bis 17 Uhr im Stadtmuseum zu besichtigen.

 

Ein Hauch Nostalgie der 1950-er Jahre vermittelte dieser Opel Rekord von Peter Puzio, der optisch auf die neue Ausstellung „Jung und frisch am Nierentisch“ einlud.

 Foto: Bockstiegel

 



 

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